Altersdepression: Ursachen und Prävention

Das Älterwerden fällt vielen Menschen schwer. Woran liegt das? Und ist es wahr, dass Depressionen bei älteren Menschen häufiger auftreten? Dieser Artikel gibt Antworten auf diese Fragen und Tipps zur Vorbeugung von Altersdepression.

Altersdepression betrifft viele Menschen. Hier steht ein älteres Paar vor einem Wand voller Erinnerungsfotos.

Ist Depression ein natürlicher Teil des Alterungsprozesses?

Obwohl es für kaum jemanden einfach ist, älter zu werden, sind viele von uns in der Lage, sich gut mit der Situation zu arrangieren. Depressionen können in jedem Alter über die gesamte Lebenszeit auftreten, aber ältere Menschen sind tatsächlich einem höheren Risiko ausgesetzt. Dazu kommt der demografische Wandel: wegen der insgesamt alternden Bevölkerung steigt die Zahl der älteren Menschen mit Depressionen stetig an und Altersdepression wird zu einem immer wichtigeren Thema für das Gesundheitssystem. Laut der Geriatric Mental Health Stiftung ist in den USA etwa 15 – 20% der Bevölkerung im Alter ab 65 Jahren von Depressionen betroffen. Diese alarmierend hohe Zahl kann schwerwiegende Folgen haben – für die Betroffenen und ihre Umwelt gleichermaßen.

Warum sind ältere Menschen anfälliger für Depressionen?

Depression kann viele verschiedene Ursachen haben. Neben der Schlafqualität und der allgemeinen Gesundheit spielen auch die subjektive Sichtweise auf das Altern eine große Rolle. Das heißt, die Einstellung gegenüber dem Altern, größtenteils gesellschaftlich verankert, kann die Erwartungen zum Älterwerden beeinflussen und letztendlich auch konkrete Folgen haben. Wie diese Studie zeigt, macht es eine positive Einstellung zum Altern, wahrscheinlicher eine bessere psychische Gesundheit zu bewahren – die Wahrscheinlichkeit von depressiven Symptomen ist geringer.

Zudem wird es im Alter für viele Menschen schwieriger, tiefen Schlaf zu finden – ein wichtiges menschliches Grundbedürfnis. Wir alle wissen, wie schwierig es sein kann, nach einer schlaflosen Nacht durch den Tag zu kommen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass viele Studien einen Zusammenhang zwischen Schlaflosigkeit, verminderter Lebensqualität und Depressionen feststellen.

Darüber hinaus geht das Altern in der Regel mit einer geringeren sozialen Einbindung und weniger Kontakten im Alltag einher. Wenn wir in Rente gehen, entschließen wir uns vielleicht, unseren Wohnort zu wechseln. So können enge Freunde, Kollegen und langjährige Nachbarn verloren gehen. Der Tod des Ehepartners, von Freunden und Familienmitgliedern, kann ebenfalls zu Einsamkeit und Traurigkeit beitragen. 

Der Austritt aus dem Berufsleben ist ebenfalls ein einschneidender Schritt. Viele Menschen identifizieren sich stark mit ihrer Arbeit. Gleichzeitig ist der Arbeitsplatz einer der zentralen sozialer Räume, in denen wir uns bewege. Körperliche Veränderungen und altersbedingte Krankheiten können außerdem das Leistungsvermögen einschränken. Das wirkt sich negativ auf unsere Stimmung aus.

 All diese Umstände machen Depressionen wahrscheinlicher. Die ganzen Veränderungen machen es manchmal schwierig, Unterschiede zwischen dem Gefühl der Traurigkeit und einer depressiven Episode zu erkennen.

Klarheit ist der Schlüssel!

Kannst du Depression von Demenz unterscheiden?

Es ist sehr hilfreich, zu wissen, wie man den Unterschied zwischen Depression und Demenz erkennt, insbesondere wenn jemand, der einem nahe steht, von Altersdepression betroffen sein könnte. Das ist gar nicht so einfach: die Symptome sind sehr ähnlich. Depression und Demenz können außerdem auch zusammen auftreten.

Achtung: Demenz sollte nicht mit „Pseudodemenz“ verwechselt werden – ein Zustand, der in jedem Alter auftreten kann und zu einer umfassenderen Depressionsdiagnose zählt. Bei Pseudodemenz wird die Konzentration und das Gedächtnis beeinträchtigt, was jedoch auf depressive Episoden zurückgeht, und keine „echte“ Demenz im klinischen Sinn ist. 

Die folgende Übersicht soll es dir erleichtern, die Unterschiede zu verstehen.

Depressive Symptome

  • Sich schuldig, wertlos, hoffnungslos oder voller Reue fühlen
  • Das Gefühl, dass das Leben sinnlos und nicht lebenswert ist und Suizidgedanken
  • Sich die meiste Zeit unglücklich fühlen
  • Konzentrationsschwierigkeiten, jedoch keine starken kognitiven Beeinträchtigungen
  • Sich Sorgen um Gedächtnisprobleme und Verwirrung machen
  • Tägliche Ermüdungsgefühle oder Energieverlust  

Demenz-Symptome

  • Schwierigkeiten bei der Ausführung vertrauter Aufgaben / kognitive Beeinträchtigungen
  • Kurzzeitgedächtnisverlust, der sich auf tägliche Aktivitäten auswirkt
  • Verwirrung über Zeit und Ort
  • Beeinträchtigung der Sprach- und Motorik-Fähigkeiten
  • In der Regel ohne bewusste Kenntnis des Gedächtnisverlustes

Was kann man also tun, um gesund zu bleiben?

Depression kann sich auf unser allgemeines Wohlbefinden auswirken und zu erheblichen Einschränkungen, höherer Sterblichkeit oder sogar Suizid führen. Es ist daher ein wichtiger Bestandteil für gesundes Altern, sich möglichst gut gegen Altersdepression zu rüsten.

Hier sind ein paar Tipps, wie man sich vor Depressionen schützen kann:

  • Teilnahme an sozialen Aktivitäten: Die Teilnahme an Gruppenaktivitäten kann viele Vorteile haben, besonders wenn wir älter werden. Dies kann nicht nur eine Gelegenheit sein, unser soziales Netzwerk zu stärken, sondern auch unserem täglichen Leben eine Struktur geben. Diese regelmäßigen Aktivitäten können uns davor bewahren, unser Interesse oder Freude an Aktivitäten zu verlieren, ein typisches Symptom einer Depression.
  • Tägliche Bewegung: Aerober Sport – wie Schwimmen, Radfahren oder Laufen – hat sich nicht nur zur Vorbeugung von Depressionen bei älteren Erwachsenen bewährt, sondern hält das Gehirn fit! Den Körper in Bewegung zu halten, aktiviert auch die Psyche und kann helfen, Stress oder negative Gedankenketten zu reduzieren.
  • Gesunde Ernährung: Unsere Ernährung spielt eine wesentliche Rolle für unsere körperliche und emotionale Gesundheit. Wir sollten uns also bewusst ernähren (z.B. Obst, Gemüse, mediterrane Ernährung), um gesund zu bleiben!
  • Augen auf bei Medikamenten: Wenn wir älter werden, haben wir es in der Regel mit vermehrten körperlichen Beeinträchtigungen und Gesundheitsproblemen zu tun, was zur Einnahme vieler Medikamente führen kann. Wenn wir jedoch dazu neigen, uns leicht depressiv zu fühlen, kann dies auf Nebenwirkungen von Medikamenten zurückzuführen sein und sollte immer als möglicher Auslöser berücksichtigt werden, wenn wir die ersten Symptome einer Depression erleben.

Wie kann man Altersdepression erkennen?

Nur 10% der älteren Menschen mit Depressionen werden angemessen behandelt. Es liegt auf der Hand, dass viele länger als nötig leiden. Ältere Menschen und ihre Familien oder Betreuer können Depressionssymptome leicht mit anderen Krankheiten verwechseln oder sie als Teil des Alterungsprozesses abtun. Das Wissen über Depression und worauf man achten sollte, kann Betroffenen helfen, schneller zu handeln, um geeignete Lösungen zu finden und die Situation zu verbessern! Finde jetzt heraus, ob du von Depressionen betroffen bist, indem du Moodpath herunterlädst. In der App kannst du im Kurs „Was ist eine Depression?“ mehr über Anzeichen von Depressionen erfahren.

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